Die Geschichte der CHS

Die Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnsdorf blickt auf eine lange und lebendige Geschichte zurück. Seit ihrer Gründung ist sie ein Ort des Lernens, der Begegnung und der persönlichen Entwicklung für viele Generationen von Schülerinnen und Schülern.


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Von der Volksschule zur Oberschule

Die Anfänge der Christian-Hülsmeyer-Schule gehen auf das Jahr 1885 zurück. Aus einer einklassigen Volksschule mit einer Lehrkraft wurden in den 20iger Jahren des 19. Jahrhunderts drei Lehrkräfte aufgrund steigender Schülerzahlen. Benannt nach dem Erfinder Christian Hülsmeyer, steht unsere Schule für Neugier, Innovationsgeist und den Mut, neue Wege zu gehen.

1942 ging die Volksschule in die damals neu verfügte Form der Hauptschule über. Dieser Zustand dauerte nur bis zum 01. April 1946, als Mittel- und Volksschule wieder voneinander getrennt wurden. Die Mittelschule bestand dann in Aufbauform mit den Klassen 7 – 10. Die Jahrgänge 5 und 6 wurden als differenzierte Klassen geführt.

Nach einem Neubau erhielt 1958 die Barnstorfer Mittelschule die staatliche Anerkennung und die Bezeichnung: ›Vollausgestaltete grundständige Mittelschule.‹

Im Jahre 1971 trennte diese die Grundschule als selbstständige Schule ab und fügte die Realschule als Realschulzug wieder der Hauptschule zu. Am 1. August 1976 wurde der Haupt- und Realschule eine Orientierungsstufe angegliedert.

Zum 01.08.2004 fand die Abschaffung der Orientierungsstufe statt. In der Haupt- und in der Realschule Barnstorf wurden gleichzeitig fakultativ Ganztagsklassen eingerichtet.
Im Jahre 2005 wurden die beiden vorhandenen Schulgebäude durch einen Neubau miteinander verbunden. Die Verwaltung und das Lehrerzimmer liegen nun zentral.

Im Rahmen der Einweihungsfeier wurde auch der am 25. Oktober 2004 auf Antrag der Schule vom Kreistag genehmigte neue Schulname ›Christian-Hülsmeyer-Schule‹ offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Der Erfinder und Unternehmer war 1881 in der Samtgemeinde geboren und zur Schule gegangen und gilt als der Urvater des Radars. Sein Pioniergeist und Forschungsdrang (über 200 Patente) sollen passend zum neuen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt des Schulzentrums Ansporn und Vorbild sein.

Im Sommer 2006 wurde das Hauptgebäude komplett entkernt und saniert.

Zum 01. August 2011 wurde die Christian-Hülsmeyer-Schule im Rahmen einer erneuten Schulreform umgewandelt: Sie ist die erste Oberschule mit gymnasialem Zweig im Landkreis Diepholz.

„Fortschritt entsteht durch Neugier, Beobachtung und das Mutigsein, neue Wege zu gehen.“

– frei formuliert im Sinne von Christian Hülsmeyer
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Christian Hülsmeyer – ein Erfinder aus unserer Region

Christian Hülsmeyer wurde am 25. Dezember 1881 in Eydelstedt bei Barnstorf geboren. Als Erfinder und technischer Pionier wurde er weit über seine Heimatregion hinaus bekannt. Heute gilt er als einer der bedeutenden Wegbereiter der Radartechnik.

Von Eydelstedt zur großen Erfindung

Hülsmeyer wuchs als jüngstes von fünf Kindern auf und besuchte zunächst die Dorfschule in Eydelstedt. Schon früh wurde seine besondere Begabung erkannt. Ab 1896 besuchte er das Lehrerseminar in Bremen. Dort entwickelte er ein großes Interesse an Physik und insbesondere an elektromagnetischen Wellen.

Bei seinen Experimenten beschäftigte ihn eine entscheidende Frage: Könnte man elektromagnetische Wellen nutzen, um Gegenstände zu erkennen, die man mit den eigenen Augen nicht sehen kann?

Aus dieser Idee entwickelte Hülsmeyer ein Gerät, das ausgesendete und von metallischen Gegenständen zurückgeworfene elektromagnetische Wellen erkennen konnte. Vor allem Schiffe sollten damit auch bei Nebel oder schlechter Sicht rechtzeitig erkannt werden können.

Das „Telemobiloskop“

Seine Erfindung nannte Hülsmeyer „Telemobiloskop“. Im Jahr 1904 meldete er sein Verfahren zum Patent an. Die Patentschrift trug den Titel „Verfahren, um entfernte metallische Gegenstände mittels elektrischer Wellen einem Beobachter zu melden“. Das Deutsche Patent- und Markenamt führt Hülsmeyers Erfindung heute als einen Meilenstein der Technikgeschichte und bezeichnet die Sender-Empfänger-Anlage als erstes Radar.

Im Mai 1904 demonstrierte Hülsmeyer seine Erfindung öffentlich am Rhein in Köln. Vorbeifahrende Schiffe konnten mithilfe der reflektierten elektromagnetischen Wellen erkannt werden. Damit hatte er ein Grundprinzip praktisch umgesetzt, das später für die moderne Radartechnik von entscheidender Bedeutung werden sollte.

Zu seiner Zeit setzte sich die Erfindung allerdings noch nicht durch. Erst Jahrzehnte später wurde deutlich, welche enorme Bedeutung das Radar für Schifffahrt, Luftfahrt, Verkehr, Wetterbeobachtung und viele weitere Bereiche haben würde.

Ein Erfinder mit Mut und Ideen

Christian Hülsmeyer blieb auch nach seiner Arbeit am Telemobiloskop erfinderisch und unternehmerisch tätig. Im Laufe seines Lebens entwickelte und patentierte er zahlreiche weitere technische Lösungen. Er starb am 31. Januar 1957 in Ahrweiler.

Seine Lebensgeschichte zeigt, wie aus Neugier, Wissen, Ausdauer und dem Mut, neue Wege zu gehen, etwas entstehen kann, das weit über die eigene Zeit hinaus Bedeutung besitzt.

Unser Namensgeber

Als Christian-Hülsmeyer-Schule tragen wir den Namen eines Menschen aus unserer unmittelbaren Region, der mit Neugier und Erfindergeist neue Wege gegangen ist.

Christian Hülsmeyer steht damit für Eigenschaften, die auch für unsere Schule wichtig sind: Fragen stellen, eigene Ideen entwickeln, ausprobieren, aus Erfahrungen lernen und den Mut haben, Zukunft zu gestalten.

Sein Lebensweg erinnert uns daran, dass große Ideen auch an kleinen Orten ihren Anfang nehmen können.